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Als Kolumbarium wird eine Begräbnisstätte bezeichnet, die in Form einer Halle, eines Gewölbes oder als Nischenwand im Freien der Beisetzung und Aufbewahrung der Urnen eingeäscherter Verstorbenen dient.

 

Noch mehr spannende Infos gibt's im Lexikon.

Aus dem Lexikon

Die Erdbestattung Unter einer Erdbestattung (auch: Inhumation) versteht man die Beisetzung des Leichnams in ... weiter lesen

Kein wahrer Segen mehr: das Geschäft mit dem Tod.

Bestattungsbranche leidet unter Kostendruck, Sparmentalität und Dumpingpreisen

Hannover. Das Geschäft mit dem Tod ist hart umkämpft. 4500 deutsche Bestatter konkurieren um jährlich rund 820.000 Sterbefälle. Gleichzeitig wird ihr Kostendruck immer größer.  Auch der Beratungs- und Betreuungsaufwand steigt permanent. In dieser angespannten Situation sieht sich die Branche zusätzlich mit einer wachsenden Sparmentalität ihrer Kunden konfrontiert.Das drückt auf die Preise und damit auf die Ertragskraft.

 

Besonders die Preise für Särge erleben derzeit eine Talfahrt. Das liegt nicht allein am neuen Kostenbewusstsein trauernder Familienangehöriger. Dumpingpreise für Billigsärge aus Osteuropa sowie die “Peace Box”, ein Faltsarg aus Pappe mit aufgedruckter Holzmaserung für 300 Euro, bringen die Gilde der Bestatter und Sargbauer langsam aber sicher zur Verzweiflung.

 

So ist die deutsche Qualitätssarg-Produktion im Konkurrenzkampf mit osteuropäischen Billigimporten in den vergangenen Jahren von 456.000 auf 273.000 Stück eingebrochen. In seiner Not wirbt der Verband der deutschen Zulieferindustrie für das Bestattungsgewerbe (VDZB) für den Sarg “Made in Germany”. Der VDZB rät den Bestattern, eine Trendwende zugunsten deutscher Särge einzuleiten.

 

Doch das ist leichter gesagt als getan. Der Spartrend auf dem Friedhof hält sich hartnäckig. Selbst für die “Stiftung Warentest” sind Preisvergleiche nicht mehr pietätlos. Und die Verbraucherinitiative für Bestattungskultur “Aeternitas” lässt verlauten, dass bei der Wahl ds Sarges noch immer am meisten gespart werden könne.

 

Mit Blick auf die Kosten für ein “gutbürgerliche” Beisetzung in Höhe von rund 4.500 bis 5.000 Euro, die Aufwendung für das Grab und den Grabstein in ähnlicher Größenordnung sind darin nicht enthalten, ist dies ein Einwand, der zumindest nachdenklich stimmt. Denn seit dem Wegfall des Sterbegeldes von 2.100 Euro zum Jahr 2004 müssen die Hinterbliebenen den Euro zweimal umdrehen, ehe sie ihn ausgeben können.

 

Dennoch bleibt ihnen die Qual der Wahl. Sie können sparen und sich für einen einfachen, furnierten Kiefernholzsarg (ab 350-500 Euro) entscheiden. Wer höhere Ansprüche stellt, wählt entweder Eiche massiv (ab 1.500-3.000 Euro) oder einen Vollholzsarg ,z.B. aus Mahagoni oder Kirschbaum (ab 3.500-6.000 Euro). Und wer gar nicht auf den Cent schauen muss, zahlt für einen Designersarg noch einmal deutlich mehr. 

 

Für die Bestatter ist diese Angebotsvielfalt längst kein wahrer Segen mehr. Denn ein weiterer Trend bereitet ihr, vor allem aber der Sargindustrie, Probleme: die Feuerbestattung. Angeblich enden mehr als 40 % aller Beisetzungen in Deutschland in Urnen. In einigen der neuen Bundesländer soll diese Entwicklung bereits bei 90% liegen. Kurzum: die hierbei verbrannten Särge sind in der Regel von schlichter Qualität und damit auch preiswerter.

 

Doch Not macht bekanntlich erfinderisch. Der VDZB steuert bereits dagegen und wirbt mit dem Argument, dass Vollholzsärge eine “unschlagbare Ökobilanz” hätten. So könnte beim Verbrennen im Krematorium umweltfreundlich fossile Energie eingespart werden.

 

Derweil haben die Bestatter einen neuen Silberstreif am Markthorizont ausgespäht. Den Trend zur individuellen Bestattung. Ein schönes Tuch über einem schlichten Sarg, begrünt mit Pflanzen aus dem eigenen Garten, oder das Bemalen eines Sarges sind erkennbar neue Ausdrucksformenauf dem Wege zu einer ganz persönlichen Trauerbewältigung. LÖRWF

 

Quelle: Deutsche Presseagentur (dpa)

 

 

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