Schon gewußt?
Als Kolumbarium wird eine Begräbnisstätte bezeichnet, die in Form einer Halle, eines Gewölbes oder als Nischenwand im Freien der Beisetzung und Aufbewahrung der Urnen eingeäscherter Verstorbenen dient.
Noch mehr spannende Infos gibt's im Lexikon.
Aus dem Lexikon
Die Erdbestattung Unter einer Erdbestattung (auch: Inhumation) versteht man die Beisetzung des Leichnams in ... weiter lesen
Nachbarn leisten ungewöhnliche Trauerhilfe
Der „Rott” übernimmt im Todesfall für die Familie mehr als nur Freundschaftsdienste
Bac Ninh / Vietnam. Ein kleiner unscheinbarer Friedhof auf den Hügeln von Bac Ninh. Die Stadt liegt 30 Kilometer nördlich von Vietnams Hauptstadt Hanoi. Hier, rund 9500 Kilometer von zu Hause, hat Manager-Legende Reiner Calmund (59) 54 Jahre nach dem Tod seines Vaters Karl endlich dessen Grab gefunden.
„Calli”, beliebtes und geschätztes Urgestein der Ersten Fußball-Bundesliga ist froh, dass er sich von seinem Vater endlich verabschieden kann: “Das Verlangen, das Grab zu finden, wurde in letzter Zeit immer größer. Diesen Schritt war ich meiner Mutter und mir schuldig. Dieser Augenblick hier ist ein ganz großes Kapitel in meinem Leben.“
Karl Calmund wurde 1927 im Rheinland geboren. Am 15. Juli 1954 – nur sechs Tage vor dem Waffenstillstand von Genf – erlag er in Vietnam den Verletzungen, die er in der Schlacht um Dien Bien Phu erlitten hatte. Gestorben im Indochina-Krieg, weil er für Frankreich in der Fremdenlegion kämpfte. Der Sohn erinnert sich: „Mein Vater war ein Junge aus dem Leben. Er hat feste gearbeitet und Feste gefeiert. Nach einem Familienkrach ging er 1952 in die Legion. Ich habe ihn danach nur noch einmal gesehen. Warum er dort hingegangen ist, wurde bei uns in der Familie jahrelang ausgeklammert, nur um mich nicht zu belasten. Als ich
Neuenkirchen / Münsterland. Jüngst haben sie wieder zwei Bewohner vom Hasenhügel zu Grabe getragen. Sechs Männer aus der Nachbarschaft trugen den Sarg, zwei Lampen- und ein Kreuzträger gingen vorneweg. Alles freiwillig und kostenlos. Eine beispielhafte Form der Nachbarschaftshilfe, wie sie heutzutage keineswegs selbstverständlich ist. „Wir helfen, einfach so, wenn die Trauer unerträglich groß ist”, sagt Bernhard Altenhülsing. Der 68-jährige ist Rottvorsteher vom Hasenhügel und der Kreyenburg.
Unter „Rott” versteht man in Neuenkirchen eine freiwillige Vereinigung von Nachbarn, die sich gegenseitig helfen, wenn jemand aus ihren Reihen stirbt. Sie existiert im Ort bereits seit 1924 und wird derzeit von 36 Familien und 19 Altenteiler oder Einzelpersonen getragen.
Um dem Sterbehaus Kosten zu ersparen, stellte der „Rott” von Anfang an die Sargträger. Zudem zahlte jede Familie einen kleinen Obulus, um die Kosten für den Totenwagen zu tragen. In den 50er Jahren kostete er 20 Mark, später 30 Mark. Als die Leichenhalle am Friedhof 1970 fertig wurde, fiel der Totentransport weg. Für die trauernde Familie zahlte der „Rott” weiter einen Zuschuss für die Aufbewahrung der Leiche vor der Beerdigung. Heute erhält das Trauerhaus 175 Euro.
Eher ein symbolischer Beitrag zu den hohen Kosten, die eine Beerdigung verursacht. Das weiß auch Bernhard Altenhülsing. Doch viel wichtiger ist für ihn, dass die Nachbarn da sind und der trauernden Familie Beistand leisten.
Quelle: Münstersche Zeitung (Neuenkirchen)
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