Schon gewußt?
Als Kolumbarium wird eine Begräbnisstätte bezeichnet, die in Form einer Halle, eines Gewölbes oder als Nischenwand im Freien der Beisetzung und Aufbewahrung der Urnen eingeäscherter Verstorbenen dient.
Noch mehr spannende Infos gibt's im Lexikon.
Aus dem Lexikon
Die Erdbestattung Unter einer Erdbestattung (auch: Inhumation) versteht man die Beisetzung des Leichnams in ... weiter lesen
Beerdigung in der Cola-Flasche
In Ghana haben Särge ungewöhnliche Formen – Alte Tradition findet weltweit Beachtung
Accra / Ghana. Andere Länder, andere Sitten. So sind in Ghana die Särge bunt und haben fantasievolle Formen. Ihr Verwendungszweck ist nicht immer gleich erkennbar. Wer würde auch denken, dass der zwei Meter lange, rot-grün lackierte Fisch, die mannshohe Colaflasche oder der Formel-1-Rennwagen in Wahrheit Särge sind?
Schreinermeister Eric Kpakpo (29) hebt das Oberteil eines zwei Meter langen Halbschuhs an. In dem mit rotem Musselinstoff ausgeschlagenen Raum zwischen Absatz und Schuhspitze soll bald ein Schuster seine letzte Ruhe finden. Den maßgetischlerten Totenschrein hat er auf Wunsch der Familie des Verstorbenen gefertigt. Diese pflegt damit eine ungewöhnliche Tradition, die in dem Vorort Teshie der ghanaischen Hauptstadt Accra ihren Ausgang nahm und inzwischen in der ganzen Welt für Aufsehen sorgt.
Bestellungen für ungewöhnliche Särge treffen inzwischen aus allen Erdteilen ein. Etwa ein Handy für einen Geschäftsmann, ein Kanonenrohr für einen Offizier, ein Außenbordmotor für einen Rennbootfahrer oder gar eine Gebärmutter für einen Frauenarzt.
Für seinen teuersten Sarg verlangt Kpakpo 1000 $, was dem Jahreslohn eines ghanaischen Lehrers entspricht. Einen Toten nicht glanzvoll mit möglichst viel Tamtam zu bestatten, käme einer Beleidigung des Verstorbenen und seiner Familie gleich. "Denn der Tod ist schlimm", sagt ein ghanaisches Sprichwort, "aber noch schlimmer ist das Vergessen."
Ausstellungsveranstalter in Paris, London und New York erklärten die ungewöhnliche afrikanische Tradition der letzten Ruhestätten zum neuen Trend. Die Schweizerin Regula Tschumi hat dem einzigartigen Handwerk sogar ein ganzes Buch gewidmet ("Die vergrabenen Schätze der Ga", Benteli Verlag, Zürich). Als sich der deutsche Bundespräsident Horst Köhler jüngst zu einem Staatsbesuch in Ghana aufhielt, stattete er auch Kpakpos Werkstatt einen Besuch ab.
Quelle: www.ftd.de
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