Schon gewußt?
Als Kolumbarium wird eine Begräbnisstätte bezeichnet, die in Form einer Halle, eines Gewölbes oder als Nischenwand im Freien der Beisetzung und Aufbewahrung der Urnen eingeäscherter Verstorbenen dient.
Noch mehr spannende Infos gibt's im Lexikon.
Aus dem Lexikon
Die Erdbestattung Unter einer Erdbestattung (auch: Inhumation) versteht man die Beisetzung des Leichnams in ... weiter lesen
Trauernde fallen aus dem Rahmen
Wer Bräuche und Regeln kennt, zeigt mehr Verständnis und Hilfsbereitschaft
Wer trauert, fällt aus dem Rahmen. Für die Last im Alltag und die üblichen menschlichen Kontakte haben Trauernde oft weder Kraft noch Sinn. Fast jede Kultur hält deshalb für sie Bräuche und Regeln bereit. Sie signalisieren den Menschen um sie herum: Hier lebt jemand in einer besonderen Gefühlswelt, die es zu achten gilt.
Die gesellschaftliche Sonderstellung der Trauernden fängt bei der Kleidung an. Bei uns trägt die Witwe Schwarz, im alten Ägypten war die Trauerfarbe Gelb, in Japan geht man in Weiß und auf Bali sind die Kleider der Weinenden bunt. Viele Naturvölker wechseln zu Beginn ihrer Trauer die Körperbemalung.
Trauernde Juden haben oft einen Riss im Stoff ihrer Oberbekleidung, gut sichtbar im Halsbereich. Dieser Brauch geht zurück auf wesentlich drastischere Maßnahmen biblischer Vorfahren: Im Alten Testament zerrissen Menschen, wenn sie vom Tod eines nahen Angehörigen erfuhren, ihre Kleider, legten ein grobes Gewand an, schütteten sich Asche auf ihr Haupt und setzten sich in den Staub. Daher stammt die Wendung „in Sack und Asche gehen".
Über den frommen Juden Hiob steht geschrieben, dass er sich sogar mit einer Scherbe ritzte. Selbstverletzungen als äußeres Zeichen von Trauer gibt es immer noch, vor allem bei Naturvölkern in Australien, Nord- und Südamerika. Im deutschsprachigen Raum konnte man lange Zeit an der Kleidung der Witwe erkennen, wie weit der Todesfall zurücklag. War sie nicht mehr völlig in Schwarz gekleidet, sondern trug sie zum Beispiel einen weißen Kragen, dann „trauerte" sie „ab". Ihr Trauerjahr war fast vorbei.
Witwen und Witwer sollen ein Jahr um ihren Ehepartner trauern. Dieser Restbestand an gemeinsamer Trauerkultur ist in unserem Kulturkreis noch verbreitet. Das Trauerjahr gab es schon im Römischen Reich, allerdings nur für Witwen. Für alle anderen betrug die offizielle Trauerzeit neun Tage. Nach einer Verordnung des Königs Numa Pompilius durften Kinder unter drei Jahren gar nicht, ältere nicht länger als zehn Monate betrauert werden. Kürzer war die Trauerzeit bei den Navajo-Indianern: Nach vier Tagen wurde weder Trauer noch das Gespräch über den Verstorbenen geduldet. Man vermutet, dass diese strikte Regel in der Angst vor dem Toten begründet ist.
Im Judentum ist die Trauerzeit unterteilt. Drei Tage sind für das Weinen da, sieben für das Klagen, dreißig für die Trauer. Ein ganzes Trauerjahr ist nicht den Witwen, sondern allein trauernden Eltern vorbehalten.
Quelle: www.planet-wissen.de
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